Die Hochschule Hof startet ein neues Forschungsprojekt zur Digitalisierung und KI-gestützten Optimierung von Kleinkläranlagen. Unter dem Namen „BIK3I“ sollen Betriebs- und Messdaten erfasst, verknüpft und mit Künstlicher Intelligenz ausgewertet werden, um den tatsächlichen Zustand der Anlagen besser zu bewerten und Wartungen bedarfsorientiert zu planen.
Kleinkläranlagen sind im ländlichen Raum ohne Anschluss an zentrale Kanalisation entscheidend für den Gewässerschutz. Bisher erfolgt ihre Wartung in festen Intervallen, unabhängig vom realen Bedarf. Das neue Projekt zielt darauf ab, Veränderungen und Störungen frühzeitig zu erkennen, Ausfälle zu vermeiden und den Ressourceneinsatz effizienter zu gestalten.
Erfahrungswissen trifft KI
Prof. Günter Müller-Czygan, Leiter der Forschungsgruppe Wasserinfrastruktur und Digitalisierung am Institut für nachhaltige Wassersysteme (inwa), betonte, dass das Projekt Erfahrungswissen des Fachpersonals mit Sensordaten und KI-Methoden intelligent verknüpfen soll. Praxispartner ist die utp Umwelttechnik Pöhnl GmbH, die ihre langjährige Expertise bei Entwicklung, Betrieb und Fernüberwachung von Kleinkläranlagen einbringt.
Neben technischen Fragestellungen wird auch die Akzeptanz und Praxistauglichkeit solcher KI-gestützten Systeme bei Betreibern und Wartungspersonal untersucht.
Das Projekt ist am 1. April 2026 gestartet und wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz im Rahmen des Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand (ZIM) gefördert. Es soll einen Beitrag leisten, bestehende Wasserinfrastrukturen angesichts begrenzter personeller Ressourcen und steigender Anforderungen zukunftsfähig zu machen.

