Eine gemeinsame Strompreiszone aus Schleswig-Holstein, Hamburg und Dänemark-West könnte Netzengpässe und Abregelungen von Windstrom deutlich reduzieren. Zu diesem Ergebnis kommt eine Kurzstudie des Fraunhofer-Instituts für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik IEE im Auftrag der Gesellschaft für Energie und Klimaschutz Schleswig-Holstein GmbH (EKSH).
Die geplante „NordicTwinSeaZone“ (NTSZ) würde zu niedrigeren Strompreisen in der Nordregion führen und starke Investitionssignale für flexible Verbraucher wie Elektrolyseure setzen. Strommarktsimulationen für das Jahr 2030 zeigen, dass Abregelungen sinken, negative Strompreise um rund ein Drittel zurückgehen und die Marktwerte von Wind- und Photovoltaik-Anlagen deutlich steigen.

Elektrolyse als systemischer Schlüssel
Besonders bei einem zusätzlichen Ausbau von rund drei Gigawatt Elektrolysekapazität in der Nordzone ergeben sich erhebliche Systemvorteile. Die Integration erneuerbarer Energien verbessert sich, die Wirtschaftlichkeit der Wasserstoffproduktion steigt und die Preisniveaus zwischen der NTSZ und dem übrigen Deutschland gleichen sich an. Eine flexible, kostenoptimierte Fahrweise der Elektrolyseure (etwa mit einer Preisobergrenze von 60 Euro pro Megawattstunde) verstärkt diese Effekte zusätzlich.
Die Studie unterstreicht, dass eine marktnähere Abbildung von Netzengpässen und ein gezielter Ausbau von Elektrolyseuren Hand in Hand gehen können. Dies leiste einen wichtigen Beitrag zur Systemstabilität, zur Reduzierung von Redispatch-Maßnahmen und zur Produktion von grünem Wasserstoff zu planbaren Kosten.
Die Ergebnisse sollen eine fundierte Grundlage für die Diskussion über künftige differenzierte Strompreiszonenzuschnitte bieten und die Energiewende sowie die Wasserstoffstrategie in Norddeutschland und Europa unterstützen.

