Klimawandel verursacht massive Produktivitätsverluste bei Erwerbstätigen

Durch | September 16, 2026

Zunehmender Hitzestress durch die globale Erderwärmung mindert die Leistungsfähigkeit von Arbeitnehmern und belastet die Weltwirtschaft erheblich. Eine Modellstudie der University of California, Davis (UC Davis) beziffert die ökonomischen Kosten von Hitzestress für die globale Arbeiterschaft. Den Berechnungen zufolge verursacht jede einzelne Tonne Kohlendioxid (CO2), die im Jahr 2025 ausgestoßen wird, weltweit Produktivitätsverluste in Höhe von 41 US-Dollar. Damit erweist sich der Verlust an Arbeitskraft nach hitzebedingten Todesfällen als der zweitgrößte Einzelfaktor bei den gesellschaftlichen Gesamtkosten von Kohlenstoffemissionen. Die wissenschaftliche Untersuchung wurde im Fachjournal Nature Climate Change veröffentlicht.

Ungleiche Risiken nach Regionen und Berufsfeldern

Besonders betroffen von den wirtschaftlichen Einbußen sind dicht besiedelte Schwellenländer, die kritische Grenzwerte bei Temperatur und Luftfeuchtigkeit überschreiten. Hierzu zählen laut den Modellen Indien, Nigeria, China und Pakistan sowie Staaten im Nahen Osten und in Subsahara-Afrika.

Um die realen Belastungen exakt zu erfassen, kombinierten die Forschenden Klimaprojektionen der sogenannten Kühlgrenztemperatur (Wet-Bulb Globe Temperature, WBGT) mit sektorspezifischen Daten zur Arbeitsintensität. Die WBGT berücksichtigt neben der reinen Lufttemperatur auch Variablen wie Windgeschwindigkeit und Luftfeuchtigkeit, welche die Fähigkeit des menschlichen Körpers zur Wärmeabgabe maßgeblich beeinflussen.

Die Analysen zeigen erhebliche Unterschiede je nach Berufsgruppe und Infrastruktur:

  • Außenberufe: Arbeiter in der Landwirtschaft und im Bauwesen tragen das höchste Risiko, da sie körperlich schwere Arbeit im Freien verrichten und der Sonne direkt ausgesetzt sind.
  • Innenberufe: Auch Angestellte in Innenräumen sind gefährdet, wenn kein Zugang zu Klimaanlagen besteht. Die globale Spanne bei der Ausstattung von Wohn- und Arbeitsräumen reicht von 0 Prozent im Südsudan bis zu 90 Prozent in Japan.

Relevanz für die Klimapolitik

Die Ergebnisse der Untersuchung stützen die politische Forderung nach einer realistischen Bepreisung von Treibhausgasen. Die ermittelten Schäden sprechen laut der Studie für einen realen gesellschaftlichen Schadenswert von rund 200 US-Dollar pro Tonne CO2. Ein solcher Wert deckt sich mit Schätzungen der US-Umweltschutzbehörde EPA aus dem Jahr 2023, wird jedoch in aktuellen regulatorischen Richtlinien auf Bundesebene oft vernachlässigt oder mit Null beziffert.

Die Hauptautorin Prof. Frances Moore vom Department of Environmental Science and Policy der UC Davis mahnt Arbeitgeber und politische Entscheidungsträger zu rechtzeitigen Anpassungsmaßnahmen. Da extreme Hitzeperioden künftig nachweislich häufiger und intensiver auftreten werden, müssten Schutzkonzepte wie die Bereitstellung von Schatten und Wasser, zusätzliche Ruhepausen sowie die Verlegung von Arbeitszeiten in die kühleren Morgenstunden konsequent umgesetzt werden, um akute gesundheitliche und wirtschaftliche Schäden zu minimieren.

Die Studie ist unter der DOI 10.1038/s41558-026-02749-z registriert.

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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
Autor: LabNews Media LLC

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