
Bonn – Ein „Branchen-Check Biodiversität“ des Global Nature Fund (GNF) soll Textil-, Mode- und Bekleidungsunternehmen helfen, Auswirkungen auf die Natur und Abhängigkeiten von Ökosystemen systematisch in Strategie, Einkauf und Produktentwicklung einzubinden. Die Publikation erschien am 10. September 2026 im Projekt „Unternehmen Biologische Vielfalt“ (UBi). Sie enthält Hintergrund, Checklisten, mögliche Kennzahlen und Instrumente für Wesentlichkeitsanalysen.
Grundlage sind ein Branchenscreening, Expertise aus Biodiversitäts- und Nachhaltigkeitsmanagement sowie Biodiversity-Checks mit vier Unternehmen. UBi soll die Nationale Biodiversitätsstrategie 2030 unterstützen. Gefördert wird das Vorhaben im Bundesprogramm Biologische Vielfalt vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums. Partner sind Biodiversity in Good Company, Bodensee-Stiftung, DIHK Service GmbH, GNF und das Collaborating Centre on Sustainable Consumption and Production (CSCP).
Besonders relevant für die biologische Vielfalt seien die frühen Stufen der Kette: Rohstoffgewinnung mit Landnutzung, Wasserverbrauch, Chemikalien und veränderten Lebensräumen. Zugleich hänge die Branche von Böden, Wasser und natürlichen Rohstoffen ab. Hebel lägen vor allem in Design, Einkauf und Lieferantenmanagement – bei Materialwahl, Langlebigkeit, Kreislauffähigkeit und Vorgaben an Zulieferer.
Vier Handlungsfelder fasst der Check zusammen: Biodiversität in Strategie, Ziele, Zuständigkeiten und Ressourcen verankern; Kriterien und Rückverfolgbarkeit im Einkauf, vor allem bei risikoreichen Rohstoffen und Standorten; Zusammenarbeit mit Lieferanten, Initiativen, Standardsetzern und Naturschutz; naturnahe Betriebsgelände als Ergänzung, nicht als Ersatz für die Transformation der Lieferketten.
GNF-Projektmanagerin Bettina Faust verwies darauf, vielen Unternehmen sei die Relevanz klar, unklar bleibe der wirksame Einstieg. Der Check soll Hebel entlang der Kette sichtbar machen.
Betrachtet werden Strategie, Design, Beschaffung, Kreislaufwirtschaft, Kommunikation, Personal und Standorte. Vertieft genannt sind Baumwolle, Wolle und synthetische Fasern. Die Logik folgt einer Vermeidungshierarchie: zuerst Schäden vermeiden, dann mindern, dann Natur wiederherstellen. Dazu gehörten geringerer Ressourcenverbrauch sowie langlebige, reparierbare, recyclingfähige Produkte, Sekundärrohstoffe und Rücknahme.


