
Dänische Forschende schlagen ein freiwilliges Kennzeichnungssystem für verzehrfertige Lebensmittel wie Räucherlachs vor, um das Wachstum von Listeria-Bakterien zu verhindern. Das Label „STABILISED“ soll Verbrauchern signalisieren, dass das Produkt so hergestellt wurde, dass die gefährlichen Bakterien nicht wachsen können.
Das Konzept stammt vom Nationalen Lebensmittelinstitut der Technischen Universität Dänemark (DTU). Es sieht vor, dass Hersteller neben verbesserter Reinigung und Desinfektion auch produktseitige Maßnahmen ergreifen – etwa kürzere Haltbarkeitszeiten, Rezepturanpassungen, Einfrieren oder die Zugabe von Konservierungsstoffen wie Essig.
Listeria-Infektionen sind in der EU seit 2010 stark gestiegen und verursachen einen hohen Anteil der lebensmittelbedingten Todesfälle. Besonders gefährdet sind ältere Menschen und Schwangere. Ab dem 1. Juli 2026 gelten neue EU-Regeln, die für nicht stabilisierte Produkte strengere Grenzwerte vorschreiben.
„Ein Kennzeichnungssystem sollte für verzehrfertige Lebensmittel eingeführt werden, die während der Produktion stabilisiert wurden, um das Wachstum von Listeria zu verhindern“, sagte Martin Laage Kragh vom DTU National Food Institute. Das Label solle Verbrauchern Vertrauen geben und nur von Herstellern verwendet werden dürfen, die nachweisen können, dass Listeria in ihren Produkten nicht wachsen kann.
Die Forschenden empfehlen zudem, bei Ausbrüchen nicht nur die Produktionshygiene, sondern auch die Rezeptur und Haltbarkeitsdauer genauer zu prüfen. Viele Produkte hätten eine zu lange Haltbarkeit für die Art ihrer Herstellung.
Die Vorschläge wurden in der Fachzeitschrift Current Opinion in Food Science veröffentlicht. Sie sollen als Grundlage für eine verbesserte Kennzeichnung und Produktsicherheit dienen.
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Current Opinion in Food Science
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Foto Lene Koss

