Undeklarierte Chemikalien in fast allen getesteten Pflege- und Reinigungsprodukten

Durch | August 11, 2026
Bubbles of varying sizes suspended in a cloudy liquid with greenish-gray tones.

San Francisco – In nahezu allen untersuchten Körperpflege- und Reinigungsprodukten finden sich nicht auf der Inhaltsstoffliste deklarierte Chemikalien. Das zeigt eine Studie des Million Marker Research Institute, die am 11. August 2026 in der Fachzeitschrift Environment & Health veröffentlicht wurde (DOI: 10.1021/envhealth.6c00181).

Die Forschenden analysierten 113 Produkte aus zwölf Kategorien, darunter Sonnencremes, Babylotionen, Shampoos und Seifen. Bei 98 Prozent der Produkte wurde mindestens eine nicht deklarierte Substanz nachgewiesen, bei 85 Prozent handelte es sich um Stoffe mit bekannten oder vermuteten gesundheitlichen Risiken. Im Durchschnitt enthielt jedes Produkt 51 chemische Verbindungen – mehr als das Dreifache der durchschnittlich 16 angegebenen Inhaltsstoffe.

Mehr als ein Viertel der Produkte enthielt Substanzen, die den Werbeaussagen widersprechen. Dazu zählten Phthalate in als „phthalatfrei“ gekennzeichneten Artikeln, synthetische Stoffe in „100 Prozent natürlichen“ Produkten oder Duftstoffe und Parabene in als hypoallergen beworbenen Mitteln. Unter den undeclarierten Stoffen fanden sich endokrin wirksame Verbindungen wie Phthalate und Parabene, Silikon-Kontaminanten sowie Butylhydroxytoluol (BHT). Diese stehen unter anderem mit Fruchtbarkeitsstörungen, Fehlgeburten, Brustkrebsrisiko, Adipositas, Diabetes, Allergien und Hautreizungen in Verbindung.

Die Ergebnisse waren unabhängig von Produktkategorie, Preissegment, Unternehmensgröße und Marketingversprechen – auch bei als „natürlich“, „ungiftig“ oder „bio“ beworbenen Artikeln. Die Kontaminanten gelangen den Forschenden zufolge oft unbeabsichtigt über Rohstoffe, Produktionsanlagen, chemische Reaktionen, Verpackungen oder Lieferketten ins Produkt.

Seniorautorin Dr. Jenna Hua, Gründerin des Million Marker Research Institute, erklärte, Verbraucherinnen und Verbraucher könnten trotz sorgfältiger Etikettenprüfung den unerwünschten Stoffen ausgesetzt sein. Die Kennzeichnung schütze nicht, wenn sie den tatsächlichen Inhalt nicht vollständig abbilde. Die Studie empfiehlt, nontargeted Analysen fertiger Produkte zum Standard der Qualitätskontrolle zu machen. Bislang stützt sich die US-Aufsicht stark auf deklarierte Inhaltsstoffe und Herstellerangaben; eine routinemäßige Prüfung auf undeclarierte Kontaminanten ist nicht vorgeschrieben.

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Undeklarierte Chemikalien in fast allen getesteten Pflege und Reinigungsprodukten Symbolbild Credits Unsplash
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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
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