Urbana-Champaign – Eine Studie der University of Illinois Urbana-Champaign zeigt eine kritisch niedrige genetische Variation in einem der wichtigsten Zuchtbestände für Mais in den USA. Besonders betroffen ist der Kornertrag bei intermediär reifenden Hybriden, die den Großteil der kommerziellen Produktion ausmachen und nahezu ein Drittel der weltweiten Maisernte repräsentieren. Die Ergebnisse erschienen in der Fachzeitschrift G3 Genes|Genomes|Genetics (DOI: 10.1093/g3journal/jkag163).
Die Forschenden untersuchten 13 Stiff-Stalk- (SS) und 28 Non-Stiff-Stalk-Inzuchtlinien (NSS) verschiedener Reifegruppen. Daraus entstanden 162 Einfachhybriden, die an mehr als 30 Standorten in den USA und Kanada geprüft wurden. Während bei früh und spät reifenden Linien sowie bei intermediären NSS-Linien ausreichend genetische Variation vorhanden ist, fehlt sie beim Ertrag der intermediären SS-Linien weitgehend.
Diese Gruppe bildet die Grundlage eines Großteils der US-amerikanischen Hybridzüchtung. Ohne ausreichende Variation können Züchter kaum Fortschritte bei Ertrag, Klimaanpassung oder Krankheitsresistenz erzielen. Die Autoren bezeichnen die Beobachtung als Warnsignal.
Erstautorin Jenifer Camila Godoy dos Santos betonte, die geringe genetische Variabilität gefährde die Fähigkeit, ertragreiche Hybriden unter den prognostizierten klimatischen Herausforderungen des US-Corn-Belts zu entwickeln. Professor Martin Bohn und Statistik-Professor Alex Lipka unterstrichen die Dringlichkeit, neue genetische Diversität in die Zuchtprogramme einzuführen.
Die Studie empfiehlt, bestehende Ressourcen wie das USDA-Programm „Germplasm Enhancement of Maize“ stärker zu nutzen, um die genetische Basis zu verbreitern und die Züchtung zukunftsfähig zu halten.

