Vogelgrippe bedroht Geierbestände weltweit

Durch | Oktober 27, 2026
Vulture perched on a weathered branch in a dry savanna with distant mountains and blue sky behind it, looking to the left.

Die Vogelgrippe stellt einer Studie zufolge eine ernsthafte Bedrohung für Geierpopulationen weltweit dar. Forschende unter Beteiligung von Jon Morant von der Universität des Baskenlandes warnen in einem Beitrag im Fachjournal „Conservation Biology“ (DOI: 10.1111/cobi.70372) vor den Folgen für die Ökosysteme und das menschliche Wohlergehen. Sie schlagen fünf Maßnahmen zum Schutz der Tiere vor.

Geier gehören zu den am stärksten bedrohten Vogelgruppen der Welt. Mindestens 16 der 23 Arten gelten als schutzbedürftig, vor allem wegen Vergiftungen und anderer menschlicher Einflüsse. Zugleich erbringen sie eine wichtige Ökosystemleistung: Sie fressen verendende Tierkadaver, die Krankheitserreger enthalten können, und tragen so dazu bei, die Ausbreitung von Krankheitserregern zu verhindern oder zu verringern, wie Morant erläuterte.

Das hoch ansteckende Vogelgrippevirus H5N1, das eine Panzootie ausgelöst hat, könnte die ohnehin schwindenden Geierbestände zum Kollabieren bringen. In für Geier kritischen Regionen hat sich das Virus bereits stark ausgebreitet. So starben in den USA und Südamerika Tausende Amerikanische Schwarzgeier und Truthahngeier. Auch der Bartgeier in Europa sowie der Kalifornische und der Andenkondor in Amerika sind betroffen; der Bestand des Kalifornischen Kondors, einer vom Aussterben bedrohten Art, sank innerhalb von nur sechs Wochen um 6 Prozent.

Geier sind soziale Tiere und versammeln sich an Futterplätzen, wo das Ansteckungsrisiko hoch ist. Zudem können sie sich über infizierte Kadaver anstecken. Zwar sind Geier als Aasfresser gegen viele Bakterien und Krankheitserreger resistent, das schützt sie aber nicht vor H5N1. Daraus ergibt sich laut Morant ein Paradox: Je mehr Geier sterben, desto geringer werde die Fähigkeit, Kadaver zu beseitigen; Krankheitserreger breiteten sich aus und die Ansteckung nehme zu.

Die Unterzeichner des Beitrags fordern einen ganzheitlichen Ansatz. Erstens sei die Überwachung der Geierbestände dringend, mit besonderem Augenmerk auf Zugvögel. Zweitens schlagen sie Impfkampagnen vor, wenn Populationen stark gefährdet sind und die logistischen Bedingungen es zulassen – wie beim Kalifornischen Kondor in den USA geschehen. Drittens sollten Futterplätze mit nicht kontaminierten Kadavern beschickt werden. Viertens müssten Forschende strenge Biosicherheitsprotokolle einhalten, etwa Handschuhe, Masken und Schutzkleidung, besonders bei kleinen oder bedrohten Populationen. Fünftens empfehlen sie Aktionspläne, die an die jeweiligen sozioökonomischen und governancebezogenen Bedingungen angepasst sind. Morant plädiert für koordinierte grenzüberschreitende Pläne und gemeinsame Governance-Strukturen. Neben ihm unterzeichneten Andrea Santangeli (IMEDEA, Mallorca), Pablo Plaza und Sergio A. Lambertucci (INIBIOMA, Argentinien) den Beitrag.

Geier. Symbolbild. KI generiert
Geier Symbolbild KI generiert
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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
Autor: LabNews Media LLC

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