Ottawa – Eine neue Studie dokumentiert die anhaltende Kontamination von Seen durch Quecksilber (Hg), Schwermetalle und Sulfat in der Umgebung der ehemaligen Kupfer-Zink-Schmelze in Flin Flon, Manitoba. Trotz erheblicher Emissionsreduktionen – Schließung des Kupferschmelzers 2010 und Rückgang der SO?-Emissionen – bleiben die Belastungen in Sedimenten und Wasser hoch und werden voraussichtlich Jahrzehnte bis Jahrhunderte anhalten.
Die Schmelze war über Jahrzehnte Nordamerikas größter Einzel-Emittent von Quecksilber, viertgrößter kanadischer SO?-Emittent und bedeutender Schwermetall-Emittent. Marlene S. Evans und Kollegen verglichen aktuelle Daten (2008–2017) mit Messungen aus den 1970er- und frühen 1980er-Jahren.
In Nahbereichsseen (? 8 km) und Mittelfeldern (> 20 km bis < 45 km) sind die Sedimentkonzentrationen von Metallen weiterhin stark erhöht. Hg, Pb und Zn überschreiten in Nahbereichsseen die kanadischen Probable Effects Level (PEL)-Richtwerte, in Mittelfeldern die Interim Sediment Quality Guidelines (ISQGs). Im Wasser zeigt sich ein ähnliches räumliches Muster, wobei Hg weniger stark variiert.
Sulfatkonzentrationen in den Seen sinken seit Ende der 1970er-Jahre – zunächst durch höhere Schornsteine (1974) und Ferntransport-Reduktionen durch US-kanadische Säureregen-Abkommen, später durch die Schließung des Kupferschmelzers und weitere Emissionsminderungen. Nah- und Mittelfeldbereiche blieben alkalisch. Seen mit geringerer Pufferkapazität 68–74 km nordwestlich, die 1982 noch sauer waren, wiesen 2008–2016 steigende pH-Werte auf.
Die Autoren vergleichen die Ergebnisse mit vier anderen kanadischen Schmelzen, zwei Kohlekraftwerkskomplexen und den Alberta-Ölsanden. Sie betonen, dass Emittentengeschichte, Entfernung zur Quelle und geologische/wasserscheidendbedingte Faktoren die Auswirkungen auf Sediment- und Seenchemie entscheidend prägen.
Die Studie erschien am 26. Januar 2026 in Science of the Total Environment und ist Open Access verfügbar.

