MONTREAL, 3. September (LabNews Media LLC) – 64 Prozent der kanadischen Dialyseeinrichtungen liegen nach einer GIS-Analyse in Gebieten mit hohem, sehr hohem oder extremem Waldbrandrisiko. Dort werden zwei Drittel der Patientinnen und Patienten versorgt, die Hämodialyse im Zentrum erhalten. Das berichten Daniel McCollin, Raja Sengupta und Shaifali Sandal (McGill University, Medizin und Geographie) in Kidney International Reports (DOI: 10.1016/j.ekir.2026.106675). Die Karte misst Lage und historische Nähe zu Feuern, nicht bereits ausgefallene Behandlungen.
Kartiert wurden 341 Einrichtungen mit mehr als 23.000 Zentrumsdialyse-Fällen. Rund 30 Prozent standen in den vergangenen drei Jahrzehnten mindestens einmal innerhalb von fünf Kilometern eines dokumentierten Waldbrands. 2023 brannten landesweit mehr als 15 Millionen Hektar – die schwerste Saison in der kanadischen Aufzeichnung.
Hämodialyse findet in der Regel mehrmals wöchentlich statt und braucht Strom, große Mengen sauberen Wassers, Geräte, Personal und Transport. Fällt eines davon aus, ist die lebensnotwendige Therapie unterbrochen. Schlechte Luftqualität kann Betroffene zusätzlich belasten. Health Canada förderte die Arbeit; die Haltung der Behörde ist damit nicht identisch.
Ob Evakuierungspläne, Notstrom, Wasserreserven und Verlegung in weniger gefährdete Zentren ausreichen, prüft die Studie nicht. Kanada ist nicht auf deutsche Waldbrandstatistik übertragbar; Abhängigkeit von Wasser und Strom gilt für Dialyse überall.

