TEHERAN/WASHINGTON – Der seit Februar 2026 andauernde Irankrieg hat im Iran und in der umliegenden Golfregion verheerende ökologische Schäden verursacht. Durch die anhaltenden militärischen Angriffe der USA und Israels sowie die Reaktionen der iranischen Streitkräfte kam es laut Berichten von Greenpeace International und Umweltorganisationen wie CEOBS und PAX zu Hunderten umweltrelevanten Vorfällen, die Ökosysteme, Gewässer und die öffentliche Gesundheit akut gefährden.
Die ökologischen Auswirkungen lassen sich in mehrere Kernbereiche unterteilen:
- Zerstörung von Industrie- und Ölinfrastruktur: Die Bombardierung von Treibstoffdepots und Raffinerien hat riesige Brände ausgelöst. Diese setzen hochgiftige Schadstoffe wie Dioxine und Furane frei, die großflächig die Luft verunreinigen.
- Bedrohung der Meeresumwelt: Durch gegenseitige Angriffe auf Tanker in der Straße von Hormus und im Persischen Golf – darunter die Zerstörung mehrerer Öltanker durch das U.S. Central Command (CENTCOM) – sind erhebliche Mengen Rohöl ausgetreten. Laut Greenpeace blockieren die Kampfhandlungen zudem Dutzende zivile Schiffe, was das Risiko für weitere Ölpest-Katastrophen verschärft.
- Boden- und Grundwasserkontamination: Der Einsatz moderner Waffensysteme, insbesondere von Flüssigtreibstoff-Raketen, führt zur Freisetzung toxischer Substanzen wie unsymmetrischem Dimethylhydrazin und rauchender Salpetersäure. Diese versickern in den Böden und drohen das ohnehin knappe Grundwasser der Region nachhaltig zu vergiften.
- Schäden in Naturschutzgebieten: Militärische Einschläge trafen auch sensible Ökosysteme. In geschützten Zonen wie Sefidkouh (Lorestan) und Haftad Gholleh (Markazi) wurden die Vegetation und die lokale Biodiversität stark beschädigt. Auch Umweltstationen wurden direkt von Raketen getroffen.
Experten warnen vor langfristigen Folgen für die Landwirtschaft und die regionale Nahrungskette, da die Schadstoffe nur sehr langsam abbauen. Eine unabhängige Erfassung des exakten Schadensausmaßes bleibt aufgrund der anhaltenden Kampfhandlungen und Sicherheitsbeschränkungen in den betroffenen Gebieten derzeit extrem schwierig.

