DUH-Chef Resch berichtet von Bedrohungen und wirbt um Unterstützung

Durch | November 6, 2026
Older man with white hair and glasses speaks into a microphone at a formal event.

Der Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH), Jürgen Resch, berichtet von massiven persönlichen Bedrohungen und Gewaltandrohungen gegen seine Person. In einer am Freitag verschickten E-Mail an Unterstützer schreibt er, die Wirksamkeit der Arbeit seiner Organisation führe zu „immer härteren Angriffen fossiler Konzerne und rechter Politiker“. Er zitiert mehrere Originalzitate aus dem Facebook-Forum „Stoppt die Deutsche Umwelthilfe!“, das nach seinen Angaben von leitenden Mitarbeitern der Automobilwirtschaft gegründet wurde und bis heute von Automobilmanagern administriert werde. Darin heißt es unter anderem: „Dieser Resch muss weg!!!!“, „Dem haue ich meine Faust in die blöde Fresse!“ und „ich wünsche mir eine Waffe und unendliche Munition“.

Resch versteht die Angriffe nach eigenen Angaben als Bestätigung der Wirksamkeit der DUH-Arbeit. Gegen die persönlichen Bedrohungen gehe er mit inzwischen vielen hundert Strafanzeigen vor. Alle Versuche, der DUH Klagerechte, eine eigenständige Finanzierung oder die Gemeinnützigkeit zu entziehen, seien gescheitert. Als Erfolge nennt er unter anderem eine CO2-Einsparung von jährlich 6,5 Millionen Tonnen durch 2.000 zusätzliche Windkraftanlagen sowie 4,7 Milliarden Euro zusätzlich für Maßnahmen des natürlichen Klimaschutzes. Zudem stoppten Industrie-Klimaklagen das Greenwashing von Energiekonzernen, Fluggesellschaften und Autofirmen.

Zugleich beschreibt Resch einen „koordinierten Angriff“ fossiler Industriekonzerne und mit ihnen verbundener rechter und ultrarechter Politiker von der FDP bis zur AfD auf die DUH. Diese richteten sich auch gegen Klagerechte, Informationsfreiheitsrechte, Finanzierung und Gemeinnützigkeit, unterstützt durch Industrielobbyisten und rechte Desinformationsplattformen. Die AfD-Arbeitsgruppe „NGO-Aufklärung“ wolle den „NGO-Sumpf austrocknen“. Gemeinsam mit Abgeordneten der CDU/CSU-Bundestagsfraktion hätten AfD-Abgeordnete einen Beschluss eines Bundestagsausschusses zur Herausgabe der Kommunikation sämtlicher DUH-Mitarbeitenden zur Energieversorgung in Deutschland durchgesetzt, inklusive interner Kommunikation. Dagegen habe die DUH Verfassungsbeschwerde erhoben, die zur Entscheidung angenommen worden sei. Beim Angriff auf das Informationsfreiheitsgesetz habe man dessen Entkernung bislang gemeinsam mit anderen Organisationen verhindern können. Bundeskanzler Friedrich Merz habe in dem Magazin „Cicero“ deutlich gemacht, was er von gemeinnützigen Organisationen halte, und es als „erwünschtes Ergebnis“ bezeichnet, wenn kritische zivilgesellschaftliche Organisationen künftig weniger staatliche Förderung erhielten.

Die DUH sei nicht abhängig von öffentlichen Fördergeldern, sondern finanziere sich im Wesentlichen aus privaten Spenden, schreibt Resch. Er bittet die Empfänger der E-Mail um Spenden oder um eine Erhöhung ihrer Fördermitgliedschaft. Für 2027 kündigt er weitere juristische Schritte an: eine Verfassungsbeschwerde gegen das neue Heizungsgesetz von Bundesbauministerin Katherina Reiche sowie Entscheidungen über Vollstreckungsanträge zu rechtskräftigen Urteilen zu LULUCF und zum Klimaschutzprogramm 2025 und über das Klimaschutzprogramm 2026. Das Jahr 2027 werde der Organisation alles abverlangen; man sei aber bereit, mit allen Ressourcen Druck für Umwelt- und Klimaschutz zu machen.

Jürgen Resch (2017)
CC BY-SA 4.0
Jürgen Resch 2017CC BY SA 40
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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
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