Russische Spezialisten haben vor der Küste der Halbinsel Kola in der Barentssee einen in Seile und Netze verhedderten Buckelwal erfolgreich befreit. Die Aktion gelang am Samstag trotz widriger Wetterbedingungen und verlief ohne größere mediale Aufmerksamkeit. Der Wal, dem die Helfer den Namen „Pjotr“ gaben, zeigte nach der Rettung positive Verhaltensweisen und schwamm offenbar unversehrt davon.
Der Buckelwal hatte sich nahe der Kildin-Insel vor Murmansk so stark in einem Seil verwickelt, dass er seine Brustflossen nicht mehr bewegen konnte. Das Seil schnitt bereits in das Fleisch des Tieres ein und gefährdete sein Leben ernsthaft. Buckelwale gelten in Russland als gefährdete Art und sind im Roten Buch der Föderation aufgeführt.
An der Rettungsaktion waren Experten von der Pazifikinsel Sachalin beteiligt, die bereits vor zwei Jahren bei einer ähnlichen Operation geholfen hatten. Unterstützt wurden sie von Freiwilligen der Gruppen „Freunde des Ozeans“ (Druzya okeana) und dem Bürgerprojekt „Wale von Teriberka“ (Kity Teriberki) sowie einer lokalen Firma. Die russische Umweltbehörde Rosprirodnadzor hatte zuvor die Genehmigung erteilt. Trotz Wind, Regen und starkem Wellengang konnte das Tier aus seiner misslichen Lage befreit werden.
Nach Angaben der Beteiligten schwamm „Pjotr“ anschließend etwa hundert Meter weit, stieß eine große Wasserfontäne aus und zeigte verspieltes Verhalten. Der Wal habe sich während der Rettung ruhig und vertrauensvoll verhalten. Für die Bewohner von Teriberka hat der 13. Juni ohnehin eine besondere Bedeutung: Sie feiern an diesem Tag traditionell den „Tag des Wales“.
Die russische Rettungsaktion wird in Berichten mit der deutlich aufsehenerregenderen und letztlich erfolglosen Bemühung um einen anderen Buckelwal in deutschen Gewässern verglichen. Während dort mediale Aufmerksamkeit und Kontroversen dominierten, verlief die Operation in der Barentssee vergleichsweise ruhig und pragmatisch unter Beteiligung von Behörden und Freiwilligen.
Buckelwale unterliegen in Russland strengen Schutzvorschriften. Solche Rettungsaktionen sind selten, unterstreichen aber das Engagement für den Schutz mariner Säugetiere in arktischen Gewässern.
Verifizierte Quelle:
RT DE: „Murmansk: Wal-Rettung geht auch ohne großes Tamtam“ (de-rtnews.com, 13. Juni 2026) sowie zugehörige Berichte von TASS.

