Stuttgart – Die Tropilaelaps-Milbe kann Bienenvölker massiv schwächen und breitet sich rasch aus. Nach Einschätzung eines internationalen Expertenteams unter Leitung der Universität Hohenheim könnte sie Deutschland innerhalb von drei bis sieben Jahren erreichen. Die Übersichtsarbeit ist in Trends in Parasitology erschienen (DOI: 10.1016/j.pt.2026.07.002).
Ursprünglich parasitierte Tropilaelaps mercedesae asiatische Riesenhonigbienen. Vor mehr als 60 Jahren sprang sie auf die Westliche Honigbiene über und hat inzwischen den Osten und Südosten Europas erreicht. Sie überlebt auch in gemäßigten Klimazonen.
Die Milbe befällt vor allem die Brut und ernährt sich von der Hämolymphe der Larven und Puppen. Die Folgen sind Missbildungen, geringeres Körpergewicht, eingeschränkte Flugfähigkeit und die Übertragung von Krankheitserregern. Befallene Völker entwickeln sich schwächer, produzieren weniger Honig und erleiden höhere Verluste.
Im Gegensatz zur Varroamilbe hält sich Tropilaelaps nur kurz auf erwachsenen Bienen auf und wechselt rasch zwischen Brutzellen. Unter günstigen Bedingungen vermehrt sie sich innerhalb eines Monats um den Faktor 2,7 – schneller als Varroa. Weil die Symptome ähnlich sind und die Milbe auf adulten Bienen kaum auffällt, wird sie oft spät erkannt.
Die Forschenden fordern angepasste Monitoring- und Bekämpfungsstrategien. Besonders geeignet seien Untersuchungen der verdeckelten Brut sowie neue Verfahren auf Basis von Umwelt-DNA.

