
Frankfurt am Main (LabNews Media LLC) – Die Goethe-Universität Frankfurt startet ein neues Forschungsprojekt zur sogenannten „Organisierten Klimakriminalität“ (OKK). Im Fokus steht der illegale Handel mit Treibhausgasen und anderen klimarelevanten Stoffen, der klimapolitische Regelungen unterläuft und erhebliche Schäden für Klima, Umwelt, Gesundheit und Wirtschaft verursacht.
Unter der Leitung von Prof. Dr. Christoph Burchard untersucht das Projekt in den kommenden drei Jahren, wie organisierte kriminelle Strukturen in legale Lieferketten eingebunden sind und welche Vollzugsdefizite bei der Bekämpfung bestehen. Die Forscher wollen die Strukturen sichtbar machen, die Rolle des Strafrechts bewerten und wirtschaftliche „Preisschilder“ für die verursachten Schäden ermitteln.
Das Projekt wird vom Hessischen Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt (HMLU) mit 330.000 Euro gefördert und läuft von Juni 2026 bis Juni 2029. Es verfolgt einen interdisziplinären Ansatz, der neben der Rechtswissenschaft auch Geo- und Erdsystemwissenschaften einbezieht. Ziel ist es, die Strafverfolgung zu unterstützen, klimapolitische Regelungen zu verbessern und die Umsetzung der EU-Umweltstrafrechtsrichtlinie zu stärken.
Bereits im April 2026 fand ein Science-Policy-Dialog mit über 150 Teilnehmern aus Wissenschaft, Politik, Justiz und Wirtschaft statt. Die dabei erarbeiteten Vorschläge wurden vom Bundesrat aufgegriffen.
Prof. Christoph Burchard betonte, dass organisierte Klimakriminalität nicht nur ein Problem für den Rechtsstaat sei, sondern auch erhebliche Schäden verursache. Das Projekt solle diese Strukturen sichtbar machen und zugleich klären, welche Rolle das Strafrecht bei der Bekämpfung spielen kann.


