Norwegische Fischer befürchten Ende der Küstenfischerei – Aquakultur als größte Bedrohung gesehen

Durch | Juni 20, 2026
Harbor scene with a white and yellow fishing boat docked beside red wooden houses on stilts, mountains in the background.

Tromsø (LabNews Media LLC) – Viele Fischer in Nordnorwegen sehen die Zukunft ihrer Branche pessimistisch. Besonders die rasante Expansion der Aquakultur wird als eine der größten Bedrohungen für die traditionelle Küstenfischerei wahrgenommen. Das zeigt eine groß angelegte Umfrage des Norwegischen Instituts für Naturforschung (NINA).

An der Studie nahmen über 700 Fischer aus 81 Küstengemeinden in Nordnorwegen teil. Als größte Herausforderung nannten sie den zunehmenden Wettbewerb um Meeresraum und Ressourcen. Die Aquakultur wurde dabei am häufigsten genannt – sowohl als aktuelles als auch als zukünftiges Problem.

Die Befragten kritisierten Konflikte um Küstenflächen, Umweltauswirkungen wie Verschmutzung und physische Verdrängung sowie ein Machtungleichgewicht, das durch die wirtschaftliche Stärke der Aquakulturindustrie entsteht. Viele befürchten, dass kleine Küstenfischereien langfristig verschwinden könnten.

Weitere Sorgen betreffen den Verlust von Anlandungs- und Verarbeitungseinrichtungen, steigende Betriebskosten (insbesondere für Fangquoten) sowie eine zunehmende Abwanderung junger Menschen aus den Küstenregionen. Einige Fischer rechnen damit, dass in 30 Jahren in manchen Gemeinden kaum noch aktive Fischer tätig sein werden.

Sigrid Engen von der NINA betonte, dass die Fischer Experten für ihre Branche seien und ihre Bedenken ernst genommen werden müssten. Besonders die Nutzung der Küstengebiete verdiene größere Aufmerksamkeit. Die Ergebnisse zeigen nach Ansicht der Forscher, dass die Ziele der norwegischen Fischereipolitik – der Erhalt aktiver Küstengemeinden – zunehmend unter Druck geraten.

Die Studie wurde im Rahmen des Projekts CoastChange durchgeführt und in der Fachzeitschrift Marine Policy veröffentlicht.

Fischer sehen in der Aquakultur eine Ursache für Konflikte um die Nutzung von Küstengebieten und einen Faktor für Umweltbelastungen, so NINA-Forscherin Sigrid Engen. Das Foto entstand am Kai in Reine, Lofoten, Norwegen. Foto: Sigrid Engen/NINA
Fischer sehen in der Aquakultur eine Ursache für Konflikte um die Nutzung von Küstengebieten und einen Faktor für Umweltbelastungen so NINA Forscherin Sigrid Engen Das Foto entstand am Kai in Reine Lofoten Norwegen Foto Sigrid EngenNINA
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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
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