Atlanta (LabNews Media LLC) – Das Pestizid Sulfoxaflor, das seit 2013 als Nachfolger älterer Wirkstoffe eingesetzt wird, beeinträchtigt die Fortpflanzung von Hummeln. Das zeigt eine Studie der Georgia Institute of Technology, die in der Fachzeitschrift Ecotoxicology and Environmental Safety veröffentlicht wurde.
Sulfoxaflor wird vor allem gegen saugende Schädlinge in Kulturen wie Soja und Mais eingesetzt. Die Untersuchung ergab, dass bereits niedrige Dosen des Wirkstoffs zu deutlichen Veränderungen in der Genexpression führen – insbesondere im Eierstockgewebe der Tiere. Diese molekularen Veränderungen können langfristig die Fortpflanzungsleistung der Hummeln verringern und damit ganze Populationen beeinträchtigen.
„Was diese Studie besonders spannend macht, ist die Verbindung zwischen molekularen Veränderungen in der Genexpression und realen Auswirkungen auf einzelne Tiere und ihre Völker“, erklärte Michael Goodisman, Professor an der Georgia Tech und Mitautor der Studie.
Hummeln gehören zu den wichtigsten Bestäubern. Etwa ein Drittel der weltweiten Nahrungsmittelproduktion ist auf sie angewiesen. Ein Rückgang der Fortpflanzungsrate könnte daher langfristig die Bestäubungsleistung und damit die Ernteerträge beeinträchtigen.
Sarah Orr, die die Studie als Postdoktorandin leitete und inzwischen an der University of Tampa forscht, betonte: „Wir brauchen Pestizide zur Bekämpfung von Schädlingen, aber sie können auch nützliche Insekten wie Hummeln schädigen. Unser Ziel ist es, praktische Lösungen zu finden, die sowohl den Pflanzenschutz als auch den Schutz der Bestäuber ermöglichen.“
Die Forscherinnen und Forscher sehen in den Ergebnissen einen weiteren Beleg dafür, dass auch neuere Pestizide unerwünschte Nebenwirkungen auf Nichtzielorganismen haben können. Sie fordern eine sorgfältige Abwägung zwischen Pflanzenschutz und dem Erhalt der Biodiversität.

