Triest (LabNews Media LLC) – Flaschennasen-Delfine im Adriatischen Meer sind stark auf Schleppnetzfischer angewiesen, um Nahrung zu finden. In Regionen mit stark überfischten Beständen folgen bis zu 76 Prozent der Grundschleppnetzfahrzeuge Delfine, die den Beifang nutzen.
Eine langfristige Beobachtungsstudie der Organisation Dolphin Biology and Conservation zeigt, dass 86 bis 90 Prozent der fotografierten Delfine in den untersuchten Gebieten vor Veneto und Marche in der Nähe von Schleppnetzern nach Nahrung suchen. Die Forschenden registrierten bei 859 Inspektionen von Fischereifahrzeugen zwischen 2018 und 2025, dass 41 Prozent der Otter-Trawler und 35 Prozent der pelagischen Schleppnetze von Delfinen verfolgt wurden.
„Die langfristige, konsequente und gezielte Assoziation mit Schleppnetzern deutet auf eine hohe Abhängigkeit von dieser Fischerei hin“, sagte Giovanni Bearzi, Leitautor der Studie. Die Delfine riskierten Verletzungen und Hörschäden, doch in einem überfischten Meer sei es offenbar einfacher, das Risiko einzugehen, als hungrig zu bleiben.
Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Frontiers in Mammal Science veröffentlicht. Die Forschenden warnen vor den ökologischen Folgen der starken Abhängigkeit und plädieren für Maßnahmen zum Schutz der Artenvielfalt und zum Wiederaufbau der marinen Ökosysteme.
JournalFrontiers in Mammal ScienceDOI10.3389/fmamm.2026.1855890


