Homberg/Osterode (LabNews Media LLC) – Die italienische Fontana Gruppo hat im April 2026 die Übernahme der deutschen Kamax Group vereinbart. Die Transaktion wurde am 30. Juni 2026 nach behördlicher Genehmigung abgeschlossen. Kamax ist ein Hersteller hochfester Verbindungselemente für die Automobilindustrie mit Produktionsstätten unter anderem in Deutschland, darunter Osterode am Harz.
Nach Abschluss der Übernahme betreibt die Fontana Gruppo weltweit 42 Werke mit mehr als 9.000 Beschäftigten und einem Umsatz von rund zwei Milliarden Euro. Kamax brachte 15 Standorte in Deutschland, Spanien, der Slowakei, Tschechien, Polen und China ein. Die Kamax Group war zuvor drei Generationen lang in Familienbesitz.
Bereits vor der Übernahme hatte Kamax umfangreiche Restrukturierungen durchgeführt. Teile des Geschäfts wurden verkauft, und die Belegschaft wurde um rund 1.000 Stellen reduziert. Als Gründe nannte das Unternehmen die schwierige Lage der deutschen Automobilindustrie und die allgemeine Wirtschaftskrise in Deutschland.
Fontana-Gruppo-CEO Giuseppe Fontana bezeichnete Kamax nach der Restrukturierung als „lean und solide“ mit starken technologischen Fähigkeiten. Die Übernahme diene der Stärkung der Marktposition und der globalen Präsenz. Von Kamax-Seite wurde die Transaktion als neues Kapitel nach erfolgreicher Unternehmensentwicklung dargestellt.
Für den Standort Osterode ergeben sich daraus mehrere Unsicherheiten. In der Automobilzulieferindustrie und insbesondere im Bereich Verbindungselemente sind grenzüberschreitende Übernahmen häufig mit Produktionsverlagerungen, Kapazitätsanpassungen und Standortrationalisierungen verbunden. Höherkostige Standorte in Westeuropa geraten dabei oft unter Druck, wenn Synergien mit bestehenden Werken des Käufers in Italien oder Osteuropa realisiert werden sollen.
Öffentliche Zusagen zu Investitionen, Beschäftigungsgarantien oder zum Erhalt des Osteroder Werks wurden im Rahmen der Übernahme nicht bekannt. Die Fontana Gruppo verfolgt eine Wachstumsstrategie durch Akquisitionen, zuletzt auch in Indien und den USA. Die Integration eines neuen großen Unternehmensbereichs erfordert in der Regel Anpassungen der globalen Fertigungsstruktur.
Die Kamax Group hatte ihren Hauptsitz in Homberg/Ohm und unterhielt weitere deutsche Produktionsstätten, zu denen auch das Werk in Osterode zählte. Die genaue Zukunft dieses Standorts nach der vollständigen Eingliederung in die Fontana Gruppo bleibt offen. Bisherige Angaben der Unternehmen konzentrieren sich auf strategische Vorteile der Kombination, nicht jedoch auf konkrete Zusagen für einzelne deutsche Standorte.

