
Nara (LabNews Media LLC) – Japanische Forschende haben eine Wildhefe entwickelt, die während der Biergärung über neunmal mehr Ornithin produziert. Das Verfahren kommt ohne gentechnische Veränderungen aus und könnte zu funktionalen Craft-Bieren mit gesundheitlichen Zusatznutzen führen.
Ornithin ist eine nicht-proteinogene Aminosäure, die in der Leber- und Stressforschung sowie in Nahrungsergänzungsmitteln eine Rolle spielt. Die neue Hefe wurde durch klassische chemische Mutagenese aus einer Wildhefe (Saccharomyces cerevisiae) gezüchtet, die auf dem Campus der Nara Institute of Science and Technology isoliert worden war.
Durch eine Punktmutation im ARG6-Gen wird die Biosynthese von Ornithin stark verstärkt. In Brauversuchen setzte die Mutante 7,0 Milligramm pro Liter freies Ornithin frei. Die Gärleistung, gemessen an der CO?-Produktion, blieb dabei unverändert.
„Wertvolle Mikroorganismen können noch immer aus lokalen natürlichen Umgebungen entdeckt werden“, erklärte Associate Professor Akira Nishimura. Die Studie zeige, dass traditionelle Mikroorganismen-Züchtung mit molekularem Verständnis kombiniert werden könne.
Die Forschung wurde in der Fachzeitschrift Journal of Industrial Microbiology and Biotechnology veröffentlicht. Die Forschenden sehen Anwendungsmöglichkeiten nicht nur im Craft-Bier-Bereich, sondern auch bei anderen fermentierten Lebensmitteln und Getränken.

Credits
Professor Hiroshi Takagi vom Nara Institute of Science and Technology Japan und Professor Akira Nishimura von der Iwate University Japan

