Diversifizierte Anbausysteme senken Einkommensrisiken für Landwirte

Durch | Juni 24, 2026
Rows of young green crops sprouting from rich brown soil on a bright sunny field, seen from a low angle.

Müncheberg (LabNews Media LLC) – Landwirtschaftliche Betriebe können ihr Einkommensrisiko deutlich senken, wenn sie auf vielfältigere Anbausysteme setzen. Das zeigt eine Studie des Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung (ZALF), die in der Fachzeitschrift Agricultural Systems veröffentlicht wurde.

Die Forschenden untersuchten anhand von Modellrechnungen für neun repräsentative Ackerbaubetriebe in Brandenburg, wie sich zeitliche und räumliche Diversifizierung auf Ertrags- und Marktrisiken auswirkt. Besonders die Aufteilung von Feldern in kleinere Parzellen oder der Streifenanbau mehrerer Kulturen nebeneinander erwiesen sich als wirksam.

Während enge Fruchtfolgen mit wenigen Kulturen das höchste Risiko bergen, verteilen sich Risiken bei diversifizierten Systemen besser. Wenn eine Kultur unter Trockenheit oder Preisschwankungen leidet, können andere Kulturen dies ausgleichen. Der Streifenanbau zeigte dabei besonders große Chancen, war jedoch mit höherem Arbeitsaufwand verbunden.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler testeten in der Modellrechnung eine fiktive Prämie für kleinere Feldstrukturen. Eine Zahlung von 1,50 Euro pro 100 Meter Feldrandlänge konnte beim Streifenanbau das Einkommen stabil halten und das ökonomische Risiko deutlich senken. Eine solche Förderung könnte aus EU-Mitteln finanziert werden und wäre für den Staatshaushalt kostenneutral.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass räumliche Vielfalt auf dem Feld ein wirksames Mittel ist, um Klimarisiken zu begegnen“, erklärte die ZALF-Wissenschaftlerin Dr. Hannah von Czettritz. Gleichzeitig könne Diversifizierung auch Marktrisiken besser ausgleichen.

Die Studie berücksichtigte neben klimabedingten Ernteausfällen auch Preisschwankungen für Agrarprodukte und Düngemittel. Die Autoren weisen jedoch darauf hin, dass extreme Wetterereignisse und der zusätzliche Arbeitsaufwand im Modell nicht vollständig abgebildet seien. Weitere Studien seien nötig, um praktische Fragen zu Kosten, Technik und Umsetzung zu klären.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass politische Rahmenbedingungen eine wichtige Rolle spielen, um vielfältigere Anbausysteme attraktiv zu machen. Langfristig könnten solche Strategien nicht nur die Einkommenssicherheit der Betriebe stärken, sondern auch die Umwelt und die Artenvielfalt fördern.

DOI: https://doi.org/10.1016/j.agsy.2026.104677

Rows of young green crops sprouting from rich brown soil on a bright sunny field, seen from a low angle.

Eine Studie des ZALF zeigt: Wenn Landwirtschaftsbetriebe ihre Anbaumethoden diversifizieren, indem sie unter anderem Sojabohnen in ihre Fruchtfolge integrieren, können sie Einkommensrisiken mindern. | Copyright: Hannah Shedrow / Unsplash

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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
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