Der Krieg in der Ukraine hat das Aktivitätsverhalten von Säugetieren im ehemaligen Sperrgebiet von Tschernobyl verändert. Eine neue Studie zeigt, dass viele Tierarten während der russischen Besatzung 2022 ihre nächtliche Aktivität deutlich reduzierten.
Das internationale Forschungsteam nutzte Wildtierkameras, um die Aktivitätsmuster von Säugetieren im Jahr 2022 mit denen des Vorjahres 2021 zu vergleichen. Besonders während aktiver Kampfhandlungen verringerten die Tiere ihre nächtliche Bewegung. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler führen dies auf eine erhöhte menschliche Präsenz und die damit verbundene Störung zurück.
Die Studie wurde unter der Leitung von Svitlana Kudrenko durchgeführt und in der Fachzeitschrift Current Biology veröffentlicht. Sie liefert erstmals systematische Daten darüber, wie bewaffnete Konflikte das Verhalten von Wildtieren in unmittelbarer Nähe beeinflussen.
Die Forschenden betonen, dass bewaffnete Konflikte nicht nur direkte Zerstörungen verursachen, sondern auch indirekte ökologische Auswirkungen haben. Die veränderten Aktivitätsmuster könnten langfristige Folgen für die Populationsdynamik und das Ökosystem haben.
Die Studie unterstreicht zudem die Bedeutung von Wildtierkameras für die Untersuchung von Konfliktgebieten, in denen direkte Beobachtungen durch Forscher oft nicht möglich sind.
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Science
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