Eine umfassende Langzeitstudie zeigt, dass per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) – sogenannte „Ewigkeitschemikalien“ – seit über vier Jahrzehnten die Nahrungsketten der Großen Seen in Nordamerika belasten. Die Konzentrationen nehmen mit jeder Stufe der Nahrungskette zu und bleiben trotz teilweiser Produktionsstopps über lange Zeit bestehen.
Ein Forschungsteam der University of Notre Dame hat in einer Metaanalyse von 50 Studien mit über 2.500 biologischen Messungen die räumliche und zeitliche Verteilung von PFAS in Organismen vom Algen- und Mikrobenstadium bis zu Spitzenprädatoren wie Lachsen und Weißkopfseeadlern untersucht. Die höchsten Belastungen wurden im Ontariosee festgestellt, die niedrigsten im Oberen See.
Besonders auffällig ist, dass die Konzentration von PFOS – einer der am längsten verwendeten und inzwischen weitgehend verbotenen Verbindungen – seit dem Produktionsstopp um 2000/2002 zwar zurückgegangen ist, die Stoffe jedoch weiterhin in der Nahrungskette nachweisbar bleiben. Aufgrund der langen Verweildauer des Wassers in den Großen Seen (bis zu 200 Jahre im Oberen See) können Schadstoffe über Jahrzehnte im Ökosystem zirkulieren.
Gary Lamberti, emeritierter Professor für Aquatische Ökologie an der University of Notre Dame und Leiter der Studie, betonte, dass selbst nach dem Verbot einzelner Verbindungen die Belastung noch lange anhält. Die Ergebnisse zeigen zudem, dass neue, noch wenig erforschte PFAS-Verbindungen weiterhin in die Umwelt gelangen.
Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Environmental Science & Technology veröffentlicht. Die Forschenden fordern eine verstärkte Überwachung und eine stärkere Berücksichtigung von PFAS-Belastungen in Umweltmodellen und politischen Maßnahmen.
DOI

