
Der Schwamm Chondrosia reniformis, auch als Hühnernieren-Schwamm bekannt, hat sich in verschmutzten Hafenbedingungen als außergewöhnlich widerstandsfähig erwiesen. Er überlebte in einem Feldversuch über 455 Tage zu 91,7 Prozent und vermehrte sich ungeschlechtlich. Andere getestete Schwammarten starben dagegen größtenteils ab. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Frontiers in Marine Science veröffentlicht (DOI: 10.3389/fmars.2026.1875098).
Häfen sind stark belastete Meereslebensräume mit Schadstoffen, Müll, Öl, invasiven Arten und Lärm. Forschende um Dr. Manuel Maldonado vom Center for Advanced Studies of Blanes testeten fünf Schwammarten auf künstlichen Riffen in der Marina Palamós (Spanien). Während die übrigen Arten innerhalb von 20 bis 165 Tagen schrumpften und abstarben, blieb C. reniformis lebensfähig. Der Schwamm teilte sich und kriechend verteilte sich in geschützte Bereiche.
Schwämme filtern Meerwasser, entfernen Schwermetalle, Bakterien, Viren und Partikel, recyceln Nährstoffe und bieten anderen Meeresorganismen Schutz und Nahrung. Chondrosia reniformis könnte daher als Ökosystem-Ingenieur zur Renaturierung degradierter Häfen eingesetzt werden. Weitere Untersuchungen sollen unter anderem die mikrobiellen Symbionten des Schwamms langfristig beobachten.

Credits
Carlota Escarré

