
New Orleans – Forschende der Tulane University haben entdeckt, dass die weltweit größte Fledermausfamilie, die Glattnasen (Vespertilionidae), zwei getrennte Kopien der Gene für Antikörper-Schwerketten besitzt. Alle anderen bekannten Säugetiere verfügen nur über einen solchen Gensatz. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Science Advances veröffentlicht (DOI: 10.1126/sciadv.aeb6714).
Antikörper sind Y-förmige Proteine aus schweren und leichten Ketten. Bei den Glattnasen-Fledermäusen, zu denen über 500 Arten auf allen Kontinenten außer der Antarktis gehören, werden die schweren Ketten aus zwei unabhängigen Gensystemen aufgebaut. Dadurch entsteht eine zusätzliche Möglichkeit, Antikörpervielfalt zu erzeugen.
Fledermäuse beherbergen zahlreiche Viren, die bei anderen Säugetieren schwere Erkrankungen auslösen können, erkranken selbst jedoch selten schwer. Die Genduplikation im Immunglobulin-Schwerketten-Locus könnte zu dieser besonderen Toleranz beitragen. Die Studie lenkt den Blick stärker auf das adaptive Immunsystem der Fledermäuse.
Die Arbeit wurde von Hannah Frank (Tulane University) geleitet; beteiligt waren auch Forschende der Stanford University und der US-Gesundheitsbehörde CDC.

Credits
Kenny LassTulane University

