
Ein Forschungsteam des Leibniz-Instituts für Gartenbauwissenschaften (IGZ) hat nachgewiesen, dass aus menschlichen Exkrementen gewonnene Düngemittel Mineraldünger beim Anbau von Kohlrabi im Gewächshaus wirksam ersetzen können. Die Kombination aus nitrifiziertem Urindünger und Kompost aus Trockentoiletten (KIT) führte zu vergleichbaren marktfähigen Erträgen und Biomasse wie ein synthetischer Mehrnährstoffdünger.
Die Studie zeigte zudem, dass die Stickstoffaufnahme der Pflanzen bei Verwendung der Recyclingdünger um 13 Prozent höher war. Gleichzeitig lag der Gehalt an leicht auswaschbarem mineralischem Stickstoff im Boden zum Erntezeitpunkt fünfmal niedriger und der organische Stickstoffgehalt um 25 Prozent höher als bei Mineraldüngung. Dies deutet auf positive Effekte für die Stickstoffdynamik und möglicherweise die Bodengesundheit hin.
Ein umweltstabiles Antibiotikum wie Doxycyclin, das im Kompost vorkommen kann, ging nicht in nachweisbaren Mengen in die essbaren Pflanzenteile über.
Die Ergebnisse untermauern nach Angaben der Forschenden das Potenzial für zirkuläre Nährstoffkreisläufe. Durch das Recycling von Urin und Fäkalien könnte die Abhängigkeit von importierten, auf fossilen Rohstoffen basierenden Mineraldüngern verringert werden. Die Studie wurde im Rahmen des EU-Projekts P2GreeN durchgeführt und in der Fachzeitschrift Frontiers in Environmental Science veröffentlicht.
Langzeitstudien sollen künftig die Auswirkungen einer wiederholten Ausbringung auf Bodenparameter und mögliche Schadstoffe weiter untersuchen.


