Ultrafeinstaub verursacht weltweit jährlich rund zwei Millionen vorzeitige Todesfälle

Durch | Juli 15, 2026
A vast graveyard under dark storm clouds with thick smoke or dust rising in the distance, rows of tombstones stretching to the horizon.

Mainz – Ultrafeinstaub trägt weltweit erheblich zur vorzeitigen Sterblichkeit bei. Eine internationale Studie unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Chemie in Mainz und des Cyprus Institute schätzt, dass jährlich etwa 1,99 Millionen Menschen an den Folgen von Ultrafeinstaub vorzeitig sterben. Das entspricht rund fünf Prozent aller Todesfälle durch nicht übertragbare Krankheiten. Etwa die Hälfte dieser Todesfälle geht auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurück.

Die Forschenden erstellten erstmals eine globale, hochauflösende Karte der Ultrafeinstaubbelastung mit einer Auflösung von einem Kilometer. Grundlage waren Satellitendaten, Landnutzungsinformationen und Messwerte aus 155 Orten weltweit sowie maschinelles Lernen. In Städten liegen die mittleren jährlichen Konzentrationen demnach typischerweise zwischen 10.000 und 30.000 Partikeln pro Kubikzentimeter. Rund 91 Prozent der ultrafeinstaubbedingten Todesfälle entfallen auf städtische Gebiete, davon 78 Prozent auf dicht besiedelte Zentren. Besonders hoch ist die Belastung in Süd- und Osteuropa.

Ultrafeine Partikel (kleiner als 100 Nanometer) unterscheiden sich grundlegend von größeren Feinstaubpartikeln. Aufgrund ihrer geringen Größe können sie tief in die Lunge eindringen, die Blutbahn erreichen und sogar über die Riechschleimhaut ins Gehirn gelangen. Sie lösen oxidativen Stress und eine Funktionsstörung der Gefäßinnenwand aus, begünstigen Arteriosklerose und stehen im Zusammenhang mit Bluthochdruck, Diabetes, Herzinsuffizienz und Herzinfarkt.

Etwa 75 Prozent der weltweiten Ultrafeinstaubbelastung stammen aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe. In Ländern mit hohem Einkommen sind es sogar über 90 Prozent. Die Forschenden plädieren für verbindliche Grenzwerte. Ein Jahresmittelwert von 5.000 Partikeln pro Kubikzentimeter könnte die weltweite Übersterblichkeit durch Ultrafeinstaub um rund 45 Prozent senken. Sie fordern zudem die konsequente Reduktion von Verbrennungsquellen in Städten sowie die Aufnahme von Ultrafeinstaub in die routinemäßige Luftgüteüberwachung.

Die Studie wurde im Fachjournal Cardiovascular Research veröffentlicht.

Ultrafeinstaub verursacht weltweit jährlich rund zwei Millionen vorzeitige Todesfälle. Symbolbild. Credits: LabNews Media LLC
Ultrafeinstaub verursacht weltweit jährlich rund zwei Millionen vorzeitige Todesfälle Symbolbild Credits LabNews Media LLC
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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
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