
Knapp ein Viertel aller Landkreise und kreisfreien Städte in Deutschland hat ein hohes Risiko für schwere Schäden durch ein sogenanntes Jahrhunderthochwasser. Das zeigt der Hochwasser-Check der Deutschen Umwelthilfe (DUH), der für alle 400 Landkreise und kreisfreien Städte potenzielle Schadensflächen und gefährdete Adressen ausweist.
Der Ortenaukreis in Baden-Württemberg weist laut der Auswertung deutschlandweit den höchsten Hochwasser-Risikograd auf. Insgesamt besitzen 98 Landkreise einen hohen Risikograd, 184 Kreise einen mäßigen. Besonders hohe Risikopotenziale bestehen entlang stark ausgebauter Flussläufe wie dem Ober- und Niederrhein sowie in Teilen der Donau und Elbe.
Die DUH warnt, dass technische Schutzmaßnahmen allein nicht ausreichen. Diese seien vor allem auf bisher aufgetretene Pegelstände ausgerichtet und könnten bei den durch die Klimakrise möglicherweise häufiger werdenden Extremereignissen an ihre Grenzen stoßen. Die Umwelthilfe fordert deshalb eine konsequente Umsetzung naturbasierter Hochwasserschutzmaßnahmen, mehr Raum für Flüsse außerhalb von Siedlungsgebieten sowie ein striktes Bauverbot in Überschwemmungsgebieten.

Die Auswertung basiert auf Daten des Leibniz-Instituts für ökologische Raumentwicklung. Die DUH sieht in den Ergebnissen einen deutlichen Handlungsdruck im gesamten Bundesgebiet.

