
Rund 71 Prozent der überprüften Biogasanlagen in Deutschland weisen erhebliche Sicherheits- und Umweltmängel auf. Das geht aus einem Bericht der Kommission für Anlagensicherheit (KAS) hervor. Zu den festgestellten Defiziten zählen undichte Gassysteme, fehlende oder überfällige Dichtheits- und Leckageprüfungen sowie nachgewiesene Methan-Leckagen an Gasspeichern ohne Nachweis der Beseitigung.
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) spricht von systematischem Vollzugsversagen der Behörden. Nach Einschätzung der Umwelthilfe werden gravierende Mängel teilweise auch bei Wiederholungsprüfungen nicht behoben. Die DUH kritisiert zudem Pläne von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche, Biomethan künftig stärker im Gebäudebereich einzusetzen, ohne die bekannten Methan-Leckagen wirksam zu regulieren.
Methan gilt als eines der schädlichsten Treibhausgase. Es ist für knapp ein Drittel der aktuellen Erderhitzung verantwortlich und trägt zur Bildung von bodennahem Ozon bei, das Atemwegserkrankungen fördert und landwirtschaftliche Erträge mindert. In der EU entstehen dadurch jährlich Ernteverluste in Höhe von rund zwei Milliarden Euro.
Die DUH fordert eine konsequente und regelmäßige Kontrolle der Anlagen durch unabhängige Prüfer sowie die konsequente Umsetzung bestehender Vorschriften.


