Eberswalde – Mit Bäumen und Sträuchern auf Ackerflächen lässt sich das Mikroklima verbessern und die Dürregefahr verringern. Das erforscht die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNE) in einem von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) mit rund 295.000 Euro geförderten Projekt.
Hintergrund ist die zunehmende Häufigkeit von Extremwetterereignissen wie langanhaltenden Hitzeperioden infolge des Klimawandels. Diese stellen eine wachsende Belastung für Ackerböden dar. Das Konzept Agroforst – die Kombination von Gehölzen und landwirtschaftlichen Nutzflächen – soll helfen, die negativen Auswirkungen abzumildern.
Die Forscherinnen und Forscher arbeiten mit drei landwirtschaftlichen Betrieben in Brandenburg und Sachsen-Anhalt zusammen. Sie pflanzen unter anderem Walnuss-, Esskastanien- und Maulbeerbäume an. Diese Arten bieten neben positiven Effekten auf Mikroklima und Biodiversität auch wirtschaftliche Vorteile: Die Nüsse und Kastanien können geerntet und verkauft, die proteinreichen Maulbeerblätter als Tierfutter genutzt und das Holz später verwertet werden.
Nach Angaben der Projektmitarbeiterin Leonie Steinherr sorgt die Integration von Gehölzen für ein kühleres Mikroklima, bindet Wasser, verhindert Winderosion und trägt zur Erhaltung wichtiger Nährstoffe bei. Zudem bieten die Strukturen Lebensräume für Insekten und andere Tiere und fördern so die Artenvielfalt.
Die Ergebnisse sollen in Form von Leitfäden, Erklärvideos und wissenschaftlichen Publikationen praxisnah aufbereitet werden. Am Donnerstag, 16. Juli, stellen die Forschenden das Konzept auf einem ersten Feldtag bei einem Partnerbetrieb in Balgstädt (Sachsen-Anhalt) vor. Weitere Veranstaltungen sind geplant.
Die DBU sieht in der Agroforstwirtschaft eine Möglichkeit, die Landwirtschaft krisenfester gegenüber den Folgen des Klimawandels zu machen.

