
Südafrika – Elefanten, die aus menschlicher Haltung in die Wildnis zurückkehren, entwickeln erfolgreiche Bewältigungsstrategien und zeigen Verhaltensmuster, die denen freilebender Artgenossen ähneln. Das geht aus einer fünfjährigen Beobachtungsstudie hervor, die in der Fachzeitschrift PLOS One veröffentlicht wurde (DOI: 10.1371/journal.pone.0348698).
Elf ehemals in Gefangenschaft gehaltene Elefanten in vier südafrikanischen Reservaten wurden jährlich über jeweils drei Wochen beobachtet. Ihr Verhalten entsprach dem wildlebender Nachbartiere. Es fanden sich keine deutlichen Anzeichen von Unbehagen wie erhöhte Vorsicht oder typische Haltungsreste. Kotproben zeigten bei den freigelassenen Tieren – insbesondere bei Weibchen – etwas höhere Stresswerte, die jedoch im normalen Bereich freilebender Elefanten lagen.
Die Forschenden des Elephant Reintegration Trust stellen eine hohe individuelle Variabilität fest und führen die erfolgreiche Anpassung auf unterschiedliche Persönlichkeiten und Bewältigungsmechanismen zurück. Chronischer Stress sei nicht nachweisbar. Die untersuchten Tiere repräsentieren mehr als die Hälfte der in Südafrika wieder ausgewilderten Elefantenpopulation.
Beteiligt waren unter anderem Tenisha Roos, Tamara Eggeling und Brett Mitchell. Die Arbeit wurde unter anderem von der EMS Foundation und Humane World for Animals gefördert.

Kredit
Elephant Reintegration Trust CC BY 40 httpscreativecommonsorglicensesby40

