VDI fordert flächendeckende Hitzeaktionspläne in Kommunen

Durch | Juni 25, 2026
Zweigeteilte Infografik zur tödlichen Kettenreaktion im Körper; links Phase 1: akute Belastung und Herz-Kreislauf, rechts Phase 2: DIC und Organversagen.

Düsseldorf (LabNews Media LLC) – Angesichts der aktuellen intensiven Hitzewelle mit Temperaturen deutlich über 35 Grad und zunehmenden tropischen Nächten hat der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) Kommunen zur raschen Erstellung und Umsetzung von Hitzeaktionsplänen aufgerufen.

Die Zahl heißer Tage hat sich in Deutschland im Vergleich zur Klimanormalperiode 1961 bis 1990 mehr als verdoppelt. Während damals im Durchschnitt 4,2 Hitzetage pro Jahr gezählt wurden, lag der Wert im Zeitraum 1991 bis 2020 bei 8,9 Tagen. In den vergangenen Jahren erreichten einzelne Sommer Spitzenwerte von über 17 heißen Tagen. Hitze kann zu einer Überlastung des körpereigenen Kühlsystems, Dehydration, Kreislaufproblemen und der Verschlimmerung bestehender Erkrankungen führen.

Laut VDI verfügten im Jahr 2025 nur 42 der 406 Landkreise und kreisfreien Städte über einen veröffentlichten Hitzeaktionsplan. Eine bundesweit verbindliche Verpflichtung zur Erstellung solcher Pläne besteht bislang nicht.

Der VDI sieht in Hitzeaktionsplänen einen wichtigen Baustein des präventiven Katastrophenschutzes. Sie sollen kurzfristige Maßnahmen bei Hitzewarnungen, mittel- und langfristige städtebauliche Anpassungen sowie eine zielgruppenspezifische Aufklärung der Bevölkerung umfassen. Besonders vulnerable Gruppen wie ältere Menschen, Kleinkinder und chronisch Erkrankte sollen stärker geschützt werden.

Dr. Thomas Griebe, Vorsitzender des VDI-Gremiums „Hitzeaktionsplanung“, betonte, dass Hitzeschutz präventiver Katastrophenschutz sei. Die VDI-Expertenempfehlungen VDI-EE 3787 Blatt 13.1 bis 13.3 geben Kommunen praxisnahe Hilfestellungen zur Erstellung und Umsetzung von Maßnahmen.

Ingo Wobker, Stabsstellenleiter Krisenmanagement der Stadt Duisburg, hob hervor, dass Hitzeaktionspläne ein wichtiger Baustein im kommunalen Krisenmanagement seien. Sie ermöglichten ein schnelles und koordiniertes Handeln im Ernstfall.

Der VDI empfiehlt Kommunen, Hitzeaktionspläne als Regelaufgabe im Bevölkerungsschutz zu verankern und sowohl kurzfristige Maßnahmen wie Verschattung und Notfallpläne als auch langfristige städtebauliche Konzepte zur Reduzierung der Hitzebelastung umzusetzen.

Zweigeteilte Infografik zur tödlichen Kettenreaktion im Körper; links Phase 1: akute Belastung und Herz-Kreislauf, rechts Phase 2: DIC und Organversagen.
Hitzewelle kann tödlich sein Credits LabNews Media LLC
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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
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